Seit den 1980er Jahren ist Ayurveda im deutschsprachigen Raum bekannt. Dabei handelt es sich um eine Mischung aus transzendentaler Meditation und traditioneller indischer Heilkunst. Doch was ist dran an dem Ordnungssystem des Universums und den damit verbundenen Heilungstheorien?
Mittlerweile beziehen besonders Heilpraktiker, aber auch viele Ärzte die Prinzipien des Ayurveda-Gedankens in ihre Arbeit ein. Obwohl die Praktiken stark voneinander abweichen können, ist der Grundgedanke immer, dass der Körper die fünf Elemente widerspiegelt. Das Verhältnis der drei Regelsysteme, in die der menschliche Körper aufgeteilt wird, bestimmt Nerventätigkeit, Atmung und Bewegung, Stoffwechsel und Verdauung sowie das Immunsystem. Störungen in der Harmonie dieser Regelsysteme wirken sich auf die Gesundheit aus.
Sich ansammelnde Schlacken sollen durch spezielle Reinigungsverfahren aus dem Körper ausgeleitet werden. Zweifel sind angebracht, wenn neben Fasten, Bädern und Massagen oder Yogaübungen, auch Erbrechen oder Aderlass als Methoden zur Behandlung schwerer Krankheiten in Frage kommen.
Zudem gibt es oft keine wissenschaftliche Bestätigung von Heilerfolgen bei psychischen Beschwerden oder psychosomatischen Beschwerden wie Migräne, Neuralgien oder Magenschleimhautentzündungen. Auch die Medikation ist fragwürdig, weil Mineralien und Metalle wie giftiges Quecksilber in den Medikamenten vorgesehen sind, die durch ausgefeilte Destillationsprozesse ungiftig gemacht werden sollen.
Wer bereit ist, die Behandlungskosten selbst zu tragen, hat die Möglichkeit, sich von den seriöseren Massagepraktiken oder Bädern zu überzeugen. Jedoch sei der Hinweis gegeben, dass eine ausschließliche ayurvedische Behandlung bei schweren Krankheiten zu einem ernsthaften Risiko werden kann.